Self Check-In
Beim Self Check-in melden sich Patienten in der Praxis selbst an, je nach Produkt auch mit ihrer Versichertenkarte, ohne dass der Empfang jeden Vorgang von Hand bearbeitet.
Was Self Check-in leistet
Ohne Self Check-in beginnt der Praxisbesuch am Empfang. Dort liest das Team beim ersten Besuch im Quartal die Versichertenkarte ein, prüft die Stammdaten und teilt Bögen aus.
Self Check-in verlagert die Anmeldung an ein Terminal, auf ein Tablet oder auf das Smartphone des Patienten, per QR-Code vor Ort oder vorab über einen Link. Bei Produkten mit Kartenleser steckt der Patient seine Versichertenkarte ein, und das System vermerkt die Ankunft. Ob dabei auch der Abgleich der Versichertenstammdaten über die Telematikinfrastruktur läuft, hängt vom Produkt und vom Praxisverwaltungssystem ab. Je nach Produkt bestätigt oder ergänzt der Patient anschließend seine Kontaktdaten und füllt Anamnese- oder Einwilligungsbögen aus, am Gerät oder auf dem eigenen Smartphone. Wie viel davon ohne Nacherfassung im Praxisverwaltungssystem ankommt, hängt von der Schnittstelle ab. Manche Anbieter haben ihr Produkt bisher nur an einzelne Praxisverwaltungssysteme vollständig angebunden.
Manche Produkte verbinden die Anmeldung mit einem Aufrufsystem. Der Patient wird dann mit einer Nummer aufgerufen, auf dem Monitor im Wartezimmer, per SMS oder in einer App. Das kann diskreter sein, vorgeschrieben ist es nicht. Die Datenschutzaufsichtsbehörden in Bayern und im Saarland halten es weiterhin für zulässig, Patienten mit Namen anzusprechen und aufzurufen. Über das Smartphone erreicht der Aufruf auch Patienten, die außerhalb der Praxis warten.
Beim Abspielen werden Daten an YouTube übertragen.
Auswahlkriterien: Versichertenkarte, Rückschreibung, Hardware
Der grundlegende Unterschied zwischen den Produkten zeigt sich an der Versichertenkarte. Manche Produkte arbeiten ohne Karte. Der Patient meldet seine Ankunft dann per QR-Code auf dem eigenen Smartphone, per Ticket oder mit Geburtsdatum und Initialen am Terminal. Liest der Patient die Karte selbst ein, löst das im heutigen Ablauf den Abgleich der Versichertenstammdaten über die Telematikinfrastruktur aus, wenn die Karte in einem E-Health-Kartenterminal am Konnektor steckt. Damit das Ergebnis im PVS ankommt, braucht das Produkt eine Schnittstelle zu diesem PVS, und einige Anbieter haben sie bisher nur für einzelne PVS umgesetzt. Ebenso entscheidend ist die Rückschreibung. Ohne PVS-Anbindung bleibt der Check-in in einer getrennten Liste. Ob das Team Angaben dann zusätzlich ins PVS überträgt, hängt vom Praxisablauf ab.
Dazu kommen praktische Fragen. Ein festes Terminal braucht Platz, Anschaffung und Reinigung. In den Anleitungen zweier Kartenterminals verlangen die Hersteller, dass Unbefugte keinen unbeaufsichtigten Zugriff auf das Terminal haben. Steckt ein solches Kartenterminal im Gerät, steht es deshalb am besten dort, wo das Team es im Blick hat. Die Anmeldung über das Smartphone des Patienten braucht kein Terminal. Je nach Produkt genügt ein ausgehängter QR-Code, oder ein kleines Gerät am Empfang gibt den Code aus. Deckt das Produkt auch Anamnese- und Einwilligungsbögen ab, füllt der Patient sie digital statt auf Papier aus. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtet Hersteller und Händler bestimmter Produkte und Anbieter bestimmter Dienstleistungen. Für ein Check-in-Terminal bindet es die Praxis nicht, und die ärztliche Behandlung gehört nicht zu den Dienstleistungen, die das Gesetz erfasst. Ob Schrift, Bedienhöhe und Sprachausgabe zu den eigenen Patienten passen, lässt sich in einer Vorführung prüfen.
Woran sich die Produkte unterscheiden
Nach genau diesen Kriterien lässt sich der Vergleich filtern.
- Check-in mit VersichertenkarteDer Patient steckt seine Versichertenkarte in das Terminal. Je nach Anbindung an Kartenterminal, Konnektor und PVS löst das Einlesen auch den Abgleich der Versichertenstammdaten (VSDM) über die Telematikinfrastruktur aus. Produkte ohne Kartenleser melden den Patienten per QR-Code, Ticket oder Eingabe am Bildschirm an.
- Schreibt Daten ins PVSDas Produkt schreibt Angaben aus dem Check-in in das PVS, je nach Produkt den Status „Patient ist da", geänderte Kontaktdaten oder ausgefüllte Bögen. Ohne diese Anbindung bleibt der Check-in in einer getrennten Liste, und ob das Team Angaben zusätzlich ins PVS überträgt, hängt vom Praxisablauf ab.
- Formulare und Unterschrift beim Check-inBeim Check-in füllt der Patient Anamnese- oder Einwilligungsbögen aus und unterschreibt sie, je nach Produkt am Terminal oder auf dem eigenen Smartphone. Manche Produkte melden nur an, andere nehmen auch diese Bögen auf.
- Hardware-Modell: fester Kiosk ↔ BYOD/SmartphoneDie Anmeldung läuft über ein festes Terminal oder über das Smartphone des Patienten per QR-Code, ohne eigenes Terminal. Das entscheidet über Anschaffungskosten, Hygiene und Wartebereich.
- Barrierefreie BedienungDas Gerät ist für Menschen mit Einschränkungen bedienbar, etwa durch Sprachausgabe, gut lesbare Schrift und eine passende Bedienhöhe. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtet dazu nicht die Praxis, die ein Check-in-Terminal aufstellt.
- MehrsprachigkeitAnmeldung und Formulare stehen in mehreren Sprachen bereit. Wie wichtig das ist, hängt von den Patienten der Praxis ab.
- AnkunftsregistrierungDas System vermerkt „Patient ist da" (mind. in der eigenen Liste), sodass das Team den Eingang sieht.
- Stammdaten erfassen & bestätigenDer Patient bestätigt oder ergänzt seine Kontaktdaten am Gerät.
- Digitale FormularanzeigeDas Produkt zeigt dem Patienten beim Check-in eine Einwilligung oder einen einfachen Bogen digital an, den er bestätigt.
- Mehrere Anmelde-Wege (Terminal + QR/Link)Der Patient kann sich auf mehr als einem Weg anmelden, etwa am Terminal vor Ort und per QR-Code oder Link auf dem eigenen Smartphone.
- Keine Daten am geteilten Gerät nach der AnmeldungNach der Anmeldung bleiben am geteilten Gerät keine Daten des Patienten sichtbar oder gespeichert, und das Produkt verarbeitet die Daten verschlüsselt.
Diese Funktionen hat jedes Produkt der Kategorie.
- Selbstanmeldung (Terminal/Tablet/QR)
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tomedo Kiosk
Digitale Patientenanmeldung am Terminal — Self-Check-in per eGK, Daten laufen direkt in tomedo®.
Quickticket
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mediDOK eTerminal
Self-Check-In-Terminal für Praxis und MVZ — Patienten melden sich selbst an, der Aufruf erfolgt über Smart-TV oder SMS.

dubidoc
Online-Terminkalender und Terminmanager für Praxen, MVZ und Kliniken — ergänzt das PVS und steuert Patienten wirtschaftlich.

allavia
Namenloser, datenschutzkonformer Patientenaufruf über Wartezimmer-TV/SMS/App — plus Self-Check-In und Wartezimmer-TV.
Häufige Fragen
Braucht Self Check-in ein festes Terminal?
Nein. Je nach Produkt läuft die Anmeldung über ein Terminal, ein Tablet oder das Smartphone des Patienten per QR-Code oder Link. Das Hardware-Modell entscheidet über Anschaffungskosten, Hygiene und den Platz im Wartebereich.
Kann der Patient die Versichertenkarte selbst einlesen?
Bei Produkten mit Kartenleser ja. Ob das Einlesen auch den Abgleich der Versichertenstammdaten über die Telematikinfrastruktur auslöst und das Ergebnis im PVS ankommt, hängt von Kartenterminal, Konnektor und der Schnittstelle zum PVS ab. Bei Produkten ohne Kartenleser liest weiterhin der Empfang die Karte ein. Die Identität des Patienten anhand der Karte prüft in jedem Fall die Praxis.
Was passiert mit den Daten am Gerät?
Das hängt vom Produkt ab. Manche Produkte verarbeiten die Daten nach Angabe des Anbieters lokal in der Praxis, andere auf Servern des Anbieters. Verarbeitet der Anbieter Patientendaten im Auftrag der Praxis, schließt die Praxis mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Verarbeitet ein Anbieter Gesundheitsdaten im Auftrag der Praxis mit Cloud-Diensten, verlangt § 393 SGB V dafür ein aktuelles C5-Testat oder einen gleichwertigen Nachweis. Ob nach einer Anmeldung Daten auf dem Bildschirm des geteilten Geräts sichtbar bleiben, lässt sich in einer Vorführung prüfen.
Funktioniert Self Check-in mehrsprachig?
Viele Produkte bieten Anmeldung und Bögen in mehreren Sprachen an. Wie viel das zählt, hängt vom Patientenstamm der Praxis ab.
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