KI-Dokumentation & Spracherkennung
KI-Dokumentation und Spracherkennung erstellen den Text für den Behandlungseintrag aus dem Diktat des Arztes oder aus dem Arzt-Patienten-Gespräch, statt dass der Arzt ihn tippt. Bevor der Text in die Akte geht, muss der Arzt ihn prüfen.
Was KI-Dokumentation leistet
Die Dokumentation kostet neben der Behandlung Zeit. Wie sehr dieser Zeitaufwand belastet, zeigt der IHP-Survey 2022: 41 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte empfinden den Zeitaufwand für die Dokumentation der Versorgung als sehr problematisch.
Ein KI-Dokumentationsassistent zeichnet das Gespräch oder ein Diktat auf, filtert das medizinisch Relevante heraus und erstellt daraus einen strukturierten Entwurf für den Verlaufseintrag, je nach Produkt auch für Arztbrief oder Überweisung. Während des Gesprächs kann der Arzt damit beim Patienten bleiben, statt parallel zu tippen.
Den Entwurf muss der Arzt gegenlesen, bevor er ihn in die Akte übernimmt. Die Diagnose und die medizinische Bewertung bleiben beim Arzt, auch wenn ein Produkt Diagnosekodes oder Empfehlungen vorschlägt.
Beim Abspielen werden Daten an YouTube übertragen.
Spracherkennung und KI-Dokumentation im Vergleich
Die Kategorie umfasst zwei Produkttypen, die sich grundlegend unterscheiden. Reine Spracherkennung wandelt Diktiertes in Text um: Der Arzt spricht den Eintrag so, wie er in der Akte stehen soll, und die Software verschriftlicht ihn. KI-Dokumentation geht einen Schritt weiter. Sie verarbeitet das Gespräch oder ein freies Diktat und erzeugt daraus selbst einen strukturierten Dokumentationsentwurf.
Beide setzen an verschiedenen Stellen der Dokumentation an. Spracherkennung spart das Tippen, das Formulieren bleibt beim Arzt. KI-Dokumentation nimmt zusätzlich das Formulieren und Strukturieren ab, verlangt dafür aber das Gegenlesen eines fremden Entwurfs. Einige Anbieter führen beides in einem Produkt zusammen.
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Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Prüfen Sie zuerst, wo der fertige Eintrag landet: direkt in den Feldern des Praxisverwaltungssystems oder in einem eigenen Fenster, aus dem er von Hand übernommen wird. Ohne Übergabe an die Akte bleibt ein Arbeitsschritt pro Patient bestehen. Danach zählt die fachliche Passung. Je nach Produkt gibt es Vorlagen für einzelne Fachrichtungen.
Für das Vertrauen in den Entwurf entscheidet der Umgang mit Unsicherheit: ob unsicher erkannte Stellen im Text markiert sind und ob sich eine Aussage bis zur Stelle im Gespräch zurückverfolgen lässt. Das Lesen des ganzen Entwurfs ersetzt beides nicht. In einer randomisierten Studie beschrieben Ärzte, die Ungenauigkeiten bemerkten, am häufigsten Auslassungen. Schlägt ein Produkt Diagnosen vor oder prüft es Wechselwirkungen, kann es ein Medizinprodukt sein, je nach Zweckbestimmung des Herstellers. Dann durchläuft es eine Konformitätsbewertung nach der Medizinprodukteverordnung (MDR) und trägt eine CE-Kennzeichnung.
Woran sich die Produkte unterscheiden
Nach genau diesen Kriterien lässt sich der Vergleich filtern.
- Text erscheint beim Sprechen (Spracherkennung)Der diktierte Text erscheint sofort beim Sprechen, nicht erst am Ende als fertiges Ergebnis.
- Korrektur per Sprachbefehl (Spracherkennung)Fehler lassen sich direkt per Zuruf korrigieren, zum Beispiel mit „Streiche letzten Satz“.
- Sprachinterpunktion (Spracherkennung)Satzzeichen werden auf Zuruf gesetzt, statt automatisch aus dem Kontext erkannt.
- Eigenes Vokabular (Spracherkennung)Fachbegriffe, Medikamentennamen oder Abkürzungen lassen sich selbst ergänzen.
- Markiert unsichere Stellen (Spracherkennung)Unsicher erkannte Textstellen werden markiert, damit gezielt nachgeprüft werden kann.
- Erkennungsgenauigkeit (Spracherkennung)Der Anbieter nennt eine Angabe zur Zuverlässigkeit der Spracherkennung.
- Diktiergeräte-Kompatibilität (Spracherkennung)Unterstützt gängige Diktiergeräte, nicht nur das Standard-Mikrofon.
- Lernfähigkeit (Spracherkennung)Passt sich mit der Zeit an Sprachstil und Aussprache an.
- Mehrsprachigkeit (Spracherkennung)Diktat ist auch in anderen Sprachen als Deutsch möglich.
- Entwirft Briefe und Überweisungen (KI-Dokumentation)Entwirft neben dem Arztbrief auch weitere Dokumente, etwa Überweisungen, Gutachten oder Anträge.
- Verlaufsdokumentation (KI-Dokumentation)Erstellt nach jeder Behandlung automatisch einen Eintrag im Behandlungsverlauf.
- Vorlagen für Ihre Fachrichtung (KI-Dokumentation)Die Dokumentation ist auf die eigene Fachrichtung zugeschnitten.
- Schlägt Abrechnungsziffern vor (KI-Dokumentation)Schlägt passende Abrechnungspositionen vor (GOÄ, EBM, BEMA/GOZ).
- Eigenes Vokabular (KI-Dokumentation)Fachbegriffe, Medikamentennamen oder Abkürzungen lassen sich selbst ergänzen.
- Sprechererkennung (KI-Dokumentation)Unterscheidet automatisch zwischen Arzt- und Patientenstimme.
- Unsicherheits-Markierung (KI-Dokumentation)Unsicher erkannte Textstellen werden markiert, damit gezielt nachgeprüft werden kann.
- ICD-10-Vorschlag (KI-Dokumentation)Schlägt passende ICD-10-Codes vor. Das Produkt kann dadurch ein Medizinprodukt sein, je nach Zweckbestimmung des Herstellers. Dann trägt es eine CE-Kennzeichnung.
- Entscheidungsassistent (KI-Dokumentation)Prüft z. B. Medikamenten-Wechselwirkungen oder verlinkt Leitlinien. Das Produkt kann dadurch ein Medizinprodukt sein, je nach Zweckbestimmung des Herstellers. Dann trägt es eine CE-Kennzeichnung.
- Lernfähigkeit (KI-Dokumentation)Passt sich mit der Zeit an Sprachstil und Aussprache an.
- Eigene Vorlagen (KI-Dokumentation)Die Praxis kann eigene Dokumentvorlagen gestalten.
- Mehrsprachigkeit (KI-Dokumentation)Dokumentation und Arztbriefe sind auch in anderen Sprachen möglich.
- Quellenverweise (KI-Dokumentation)Jede Aussage lässt sich zur genauen Stelle im Originalgespräch zurückverfolgen.
- Patienten-Zusammenfassung (KI-Dokumentation)Erstellt eine leicht verständliche Kurzfassung für den Patienten.
- Versionierung (KI-Dokumentation)Änderungen am Dokument werden nachvollziehbar gespeichert.
Spracherkennung: Diese Funktionen hat jedes Produkt dieser Art.
- Datenexport
KI-Dokumentation: Diese Funktionen hat jedes Produkt dieser Art.
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Solventum Fluency Direct
Spracherkennung zum Diktieren direkt in Praxissoftware und KIS
muunai
muunai ist eine in Berlin entwickelte KI-Lösung, die das Arzt-Patienten-Gespräch in Echtzeit mitverfolgt (Ambient Listening) und daraus eine strukturierte medizinische Dokumentation erstellt.
Tandem Health
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Noa Notes
KI-Assistent für strukturierte medizinische Dokumentation aus Patientengesprächen und ärztlichen Diktaten

Dragon Medical One
Cloudbasierte medizinische Spracherkennung mit Fachvokabular — diktieren direkt am Cursor in PVS, KIS und jeder Anwendung.
MediaInterface (MIRA®)
Cloudbasierte medizinische Spracherkennung, die Diktate ohne technische Integration direkt an der Cursorposition in Praxissoftware, KIS und Office verschriftlicht.

x.scribe
KI-Add-on zur Echtzeit-Transkription des Patientengesprächs — automatische, strukturierte Zusammenfassung direkt in die medatixx-Praxissoftware.
ClioAssist
Souveräne KI für souveräne Medizin — KI-Anamnese und automatisierte Dokumentation, vollständig lokal betrieben.
Adiu Health
KI-Assistenz, die das Arzt-Patienten-Gespräch aufnimmt und daraus nach eigenen Vorgaben strukturierte Berichte erstellt.

AIRAdoc
AIRAdoc ist eine modulare KI-Plattform für Praxen, Kliniken, Therapeut:innen, Apotheken und Gesundheitseinrichtungen, betrieben von der AIRAdoc GmbH in Regensburg.
Diktamen
Von Sprache zu intelligenten Ergebnissen — Audio aufnehmen oder hochladen und automatisch in Dokumente, Aufgaben und Erkenntnisse umwandeln.

Heidi Health
KI-Scribe, der das Arzt-Patienten-Gespräch mithört und daraus strukturierte Dokumentation in eigenen Vorlagen erstellt.

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Noteless ist eine KI-gestützte Dokumentationsplattform, die Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützt, Konsultationen, Diktate und medizinische Informationen deutlich effizienter zu dokumentieren.

Dr.Notes
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Nelly
Technologische Komplettlösung für eine moderne, automatisierte Patientenreise.

DOQ Copilot
DOQ Copilot ist ein intelligenter KI-Assistent, der Ärzte während der Behandlung entlastet.

Philips SpeechLive
Cloudbasierter Diktier-, Spracherkennungs- und Transkriptions-Workflow für die medizinische Dokumentation — plus Ambient-KI-Assistent für klinische Notizen.

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Doctolib
Entlastung und ein neues Arbeitsgefühl mit Ihrer digitalen Rezeption

MediSync
Ambient-KI, die das Behandlungsgespräch mithört und daraus während der Konsultation strukturierte Arztbriefe in über 25 Sprachen erstellt.

indicda medicalONE
KI-basierte medizinische Spracherkennung aus der deutschen Cloud, die Diktate direkt an der Cursorposition in KIS, PVS oder RIS verschriftlicht.
Häufige Fragen
Muss der Patient dem Mithören zustimmen?
Ja. Der Aufnahme muss der Patient zustimmen, denn § 201 StGB stellt die unbefugte Aufnahme des nichtöffentlich gesprochenen Wortes unter Strafe. Im Alltag erklären Sie vor der Aufnahme kurz, was aufgezeichnet wird, und starten sie erst, wenn der Patient einverstanden ist. Eine datenschutzrechtliche Einwilligung ist in der Regel nicht nötig, solange die Daten nur der Behandlung dienen. Nutzt der Anbieter sie auch zum Training oder zur Verbesserung seines Systems, brauchen Sie dafür eine Einwilligung. Informieren Sie Ihre Patienten, zum Beispiel per Aushang, dass Sie KI bei der Dokumentation einsetzen. Verarbeitet der Anbieter Patientendaten im Auftrag der Praxis, schließt die Praxis mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Klären Sie außerdem, wo die Audiodaten verarbeitet und wann sie gelöscht werden.
Wie viel Zeit spart das wirklich?
Eine randomisierte Studie aus den USA verglich zwei KI-Dokumentationsprodukte mit einer Kontrollgruppe. Nur mit einem der beiden Produkte sank die im Aktensystem gemessene Zeit je Notiz messbar. Die Zeit, in der Ärzte den Entwurf in der Software des Anbieters bearbeiteten, erfasste die Messung nicht. Die Studie lief an einer einzigen akademischen Einrichtung und nur in englischsprachigen Sprechstunden. Für digitale Anwendungen allgemein meldet im PraxisBarometer Digitalisierung 2025 jede vierte Praxis Zeitersparnisse für das ärztliche Personal. Ob sich der Einsatz lohnt, zeigt deshalb erst der Testbetrieb am eigenen Dokumentationsaufwand, nicht die Herstellerangabe.
Braucht die Praxis dafür neue Hardware?
Nicht unbedingt. Je nach Produkt läuft die Software im Browser oder als App auf vorhandenen Rechnern, Tablets oder Smartphones. Ein Anbieter nennt ein Konferenzmikrofon als Voraussetzung, bei anderen genügt nach Herstellerangabe das eingebaute Mikrofon. Wer bereits mit Diktiergeräten arbeitet, prüft vorab, ob das Produkt sie unterstützt.
Nächster Schritt
Passt das zu meiner Praxis?
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