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Hausärztinnen- und Hausärzteverband Nordrhein e.V.

Sichere Kommunikation zwischen Praxen

Sichere Kommunikation zwischen Praxen bezeichnet den verschlüsselten Austausch von Arztbriefen, Befunden und Nachrichten über die Telematikinfrastruktur (TI), vor allem über die Dienste KIM und TI-Messenger.

Was sichere Kommunikation über die TI leistet

Mit Kolleginnen und Kollegen im ambulanten Bereich kommunizieren 41 Prozent der Praxen komplett oder mehrheitlich digital. Mit Krankenhäusern kommunizieren nur 12 Prozent der Praxen überwiegend digital (PraxisBarometer Digitalisierung 2025). Digitale Entlassbriefe halten 85 Prozent der Arztpraxen für sinnvoll. Tatsächlich erhalten sie nur 15 Prozent digital. Bei Laborbefunden aus dem Krankenhaus berichten 9 Prozent der Praxen von einer digitalen Übermittlung. Wo Briefe und Befunde per Fax oder Post gehen, wird gedruckt, kuvertiert oder gefaxt und am Ziel wieder eingescannt oder abgetippt.

Für den digitalen Weg hat die gematik einen eigenen Dienst festgelegt: KIM, kurz für Kommunikation im Medizinwesen, den Standard für den Versand von Nachrichten und Dokumenten über die TI. Jede teilnehmende Praxis, Klinik oder Apotheke hat eine KIM-Adresse, die sich über den Verzeichnisdienst der TI finden lässt. Nachrichten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt, und der Absender ist eindeutig identifiziert. Über KIM laufen unter anderem elektronische Arztbriefe und Befunde.

Ein Befund, der als KIM-Nachricht ankommt, liegt digital vor und lässt sich in die Akte übernehmen, statt eingescannt zu werden.

KIM und TI-Messenger im Vergleich

KIM funktioniert wie ein Postfach: Nachrichten und Dokumente werden versendet, der Empfänger ruft sie ab. Für Arztbriefe, Befunde und Bescheinigungen, also für alles, was dokumentiert übergeben wird, passt dieses Muster.

Für die kurze Absprache zwischen Behandlern gibt es den TI-Messenger: eine Rückfrage zur Medikation, die Abstimmung einer Überweisung, ein Hinweis an die Klinik. Er basiert auf dem offenen Matrix-Standard, sodass die Produkte verschiedener Anbieter untereinander kommunizieren können. Wie bei KIM erhält die Praxis den Zugang über ihren Praxisausweis, die SMC-B.

Im Alltag ersetzen die beiden Dienste unterschiedliche Gewohnheiten. KIM tritt an die Stelle von Brief und Fax. Der TI-Messenger kann den Telefonanruf ersetzen, für den heute beide Seiten zugleich Zeit haben müssen.

Die Grenzen von E-Mail und Fax

Befunde und Diagnosen sind Gesundheitsdaten und damit besonders geschützt (Art. 9 DSGVO), dazu kommt die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB. Unverschlüsselte E-Mail genügt diesen Anforderungen nicht: Inhalte sind auf dem Weg lesbar, und wer am anderen Ende tatsächlich mitliest, bleibt offen. Die Bremer Datenschutzaufsicht hält auch das Fax für die Übermittlung von Gesundheitsdaten für unzulässig.

Bei KIM und TI-Messenger ist die Verschlüsselung Teil des Dienstes und hängt nicht von der Aufmerksamkeit des Absenders ab. Die Praxis muss weiterhin technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Patientendaten festlegen. Die Gegenstelle lässt sich zudem aus dem Verzeichnisdienst oder dem Adressbuch im PVS wählen, statt als Faxnummer eingetippt zu werden.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

KIM setzt einen TI-Anschluss voraus und kommt als Dienst eines zugelassenen Anbieters. Den Anbieter wählt die Praxis frei, denn jeder KIM-Dienst muss mit jedem PVS zusammenarbeiten. Im Alltag entscheidet, wo die Nachrichten ankommen: in einem separaten Mailprogramm oder im Posteingang des PVS, aus dem sich ein Befund direkt der Akte des Patienten zuordnen lässt. Beim TI-Messenger unterscheiden sich die Produkte unter anderem darin, ob sie an die Praxissoftware angebunden sind.

Zwei Einschränkungen bleiben. Der Umstieg gelingt nur so schnell, wie die Gegenseite mitzieht. Solange ein Teil der Empfänger nur Fax annimmt, laufen alter und neuer Weg eine Zeit lang parallel. Und die TI selbst ist störanfällig: Nur 7 Prozent der Praxen blieben in einem Zeitraum von zwei Monaten ohne TI-Störung (PraxisBarometer Digitalisierung 2025). Ein Anbieter mit erreichbarem Support gehört deshalb zu den Auswahlkriterien.

Woran sich die Produkte unterscheiden

Nach genau diesen Kriterien lässt sich der Vergleich filtern.

  • Keine Begrenzung von Nachrichten oder Datenvolumen (KIM-Dienst)Manche Anbieter begrenzen Speicherplatz oder monatliches Datenvolumen und berechnen darüber hinaus einen Aufpreis. Ohne solche Grenzen kostet ein Quartal mit vielen Befunden nicht plötzlich mehr.
  • Nachrichten landen in der Karteikarte (KIM-Dienst)Die Nachricht kommt im Posteingang Ihrer Praxissoftware an und wird dort, wenn die Praxissoftware das unterstützt, automatisch der Akte des Patienten zugeordnet. Ohne diesen Schritt lädt jemand jede Datei von Hand herunter und hängt sie an.
  • Weitere KIM-Adressen möglich (KIM-Dienst)Grundsätzlich genügt einer Praxis eine KIM-Adresse, weitere lassen sich nach Bedarf einrichten. Sollen einzelne Ärztinnen, Ärzte oder Fachbereiche ein eigenes Postfach bekommen, entscheidet der Preis je weiterer Adresse über die laufenden Kosten.
  • Dateianhänge bis 500 MB (KIM-Dienst)Seit KIM 1.5 lassen sich Anhänge bis 500 MB statt bis 25 MB versenden. Absender und Empfänger müssen dafür den Empfang großer Dateien im KIM-Client aktiviert haben.
  • Eigenes Mailprogramm des Anbieters, auch ohne Praxissoftware nutzbar (KIM-Dienst)Ein mitgeliefertes Programm zeigt das Postfach unabhängig vom Praxissystem an. Ohne ein solches Programm funktioniert KIM auch mit einem marktüblichen E-Mail-Programm, wenn es entsprechend eingerichtet ist.
  • Nutzbar ohne eigenen Konnektor in der Praxis (KIM-Dienst)Der Zugang läuft über ein TI-Gateway aus dem Rechenzentrum statt über ein Gerät im Serverraum. Nach den Plänen der gematik soll das TI-Gateway den Konnektor in der Praxis perspektivisch ersetzen.
  • Zugriff auf das Postfach von unterwegs (KIM-Dienst)Über eine Web-Oberfläche oder App lassen sich Nachrichten auch außerhalb der Praxisräume lesen. Das ist bei Hausbesuchen, im Bereitschaftsdienst und bei mehreren Standorten relevant.
  • Komfortsignatur mit dem Heilberufsausweis (KIM-Dienst)Der Arzt steckt den Heilberufsausweis einmal, gibt die PIN ein und kann danach innerhalb von 24 Stunden bis zu 250 Signaturen freigeben. Voraussetzung sind ein aktualisiertes Praxisverwaltungssystem und ein Konnektor-Update.
  • Gruppen- und Teamräume (TI-Messenger)Mehrere Personen arbeiten in einem Raum an einem Fall, statt in getrennten Einzelchats. Ohne Räume zerfällt eine Abstimmung in parallele Zweiergespräche.
  • Sprachnachrichten (TI-Messenger)Statt zu tippen, spricht der Absender eine kurze Nachricht ein. In der Pilotierung des TI-Messengers in Hamburg galt das als besonders nützlich, wenn Tippen unpraktisch ist.
  • Anbindung an die Praxissoftware (TI-Messenger)Über eine Schnittstelle hängt die Unterhaltung am Fall statt neben ihm, und was besprochen wurde, ist später auffindbar. Ohne Anbindung bleibt der Messenger ein zweites, unverbundenes Programm.
  • Versand von Bildern und Dokumenten im Chat (TI-Messenger)Befunde, Fotos und PDF gehen direkt im Gespräch mit.
  • Videoanruf direkt aus dem Messenger (TI-Messenger)Das Gespräch mit Bild läuft ohne zweites Programm und ohne Terminlink, etwa bei der Rücksprache mit der Klinik. Für die Videosprechstunde mit Patienten muss die Praxis einen Videodienst nutzen, der nach Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte zertifiziert ist.
  • Nutzerkonten aus dem vorhandenen Verzeichnis, Anmeldung per Single Sign-on (TI-Messenger)Konten und Rollen kommen aus dem Benutzerverzeichnis der Einrichtung, statt im Messenger getrennt gepflegt zu werden. Ab einer gewissen Teamgröße entscheidet das, ob jemand dauerhaft Nutzer von Hand anlegt.
  • Betrieb auf eigenem Server möglich (TI-Messenger)Die Einrichtung betreibt den Messenger selbst, statt ihn als Dienst zu beziehen. Das kommt nur in Frage, wenn eine eigene IT den Betrieb übernehmen kann und will.
  • Verläufe werden nachvollziehbar archiviert (TI-Messenger)Nachrichten werden so abgelegt, dass sie sich später nachvollziehen lassen, etwa in der Patientenakte des Primärsystems. Das zählt überall dort, wo die Abstimmung Teil der Behandlungsdokumentation ist.
Grundfunktionen dieser Kategorie

KIM-Dienst: Diese Funktionen hat jedes Produkt dieser Art.

  • Versand von eArztbrief und eAU

TI-Messenger: Diese Funktionen hat jedes Produkt dieser Art.

  • Andere Einrichtungen sind bundesweit über den Verzeichnisdienst auffindbar

Anbieter in dieser Kategorie

Alle 10 Produkte der Kategorie, dargestellt wie im Katalog.

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KIM-Dienst der KBV, nur für Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen

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Erster gematik-zugelassener TI-Messenger — team- und einrichtungsübergreifende Kommunikation, so einfach wie WhatsApp.

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Der TI-Messenger (TIM) "LifeTime Professional" von AKQUINET ist eine gematik-zugelassene Kommunikationslösung, die den sicheren Austausch von Kurznachrichten, Sprachnotizen und medizinischen Dokumenten in Echtzeit ermöglicht.

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Von der gematik zugelassener TI-Messenger, im Browser und als App

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Zugelassener KIM-Dienst für eArztbrief, eAU und Befunde

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Gematik-zertifizierter TI-Messenger für sichere, sektorenübergreifende Echtzeit-Kommunikation zwischen Gesundheitseinrichtungen — geräteübergreifend über die TI.

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Von der gematik zugelassener TI-Messenger für Praxen, Kliniken und Pflege

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Häufige Fragen

Ist KIM Pflicht?

Eine allgemeine Pflicht, jede Kommunikation über KIM zu führen, gibt es bisher nicht. Zwei Pflichten betreffen KIM aber direkt. Seit dem 30. Juni 2024 müssen Vertragsarztpraxen eArztbriefe über KIM empfangen können, und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird verpflichtend über KIM an die Krankenkassen übermittelt. Fehlt allein der Nachweis für KIM, wird zudem die monatliche TI-Pauschale um 50 Prozent gekürzt. Die meisten Praxen haben KIM deshalb bereits.

Kann ich über KIM oder den TI-Messenger mit Patienten kommunizieren?

Über KIM ist das nicht möglich. KIM verbindet nur Einrichtungen des Gesundheitswesens, die an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind. Patienten haben keine KIM-Adresse. Beim TI-Messenger ist das anders: Seit Juli 2025 stellen die Krankenkassen nach und nach eine Chat-Funktion in ihrer ePA-App bereit, über die Versicherte auch Praxen schreiben können. Nach Angaben der gematik erreichen sie dabei zum Beispiel einen Praxis-Account, den Medizinische Fachangestellte betreuen, und Ärztinnen und Ärzte nur, wenn diese das ausdrücklich wünschen. Zur Nutzung des TI-Messengers ist eine Praxis bisher nicht verpflichtet. Für die Kommunikation mit Patienten gibt es außerdem andere Kanäle, etwa ein Patientenportal.

Können verschiedene KIM-Anbieter untereinander Nachrichten austauschen?

Ja, denn KIM ist ein einheitlicher Standard der Telematikinfrastruktur. Jede KIM-Adresse erreicht jede andere, unabhängig davon, von welchem Anbieter der Dienst stammt.

Nächster Schritt

Passt das zu meiner Praxis?

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